News

Übersicht

27.04.2017 - Kinotipp: SIEBZEHN

Wer etwas genauer hinsieht, merkt es sofort: Paula hat ein Auge auf ihre Klassenkameradin Charlotte geworfen. Und auch Charlotte beobachtet Paula immer wieder heimlich. Aber was sollen all die Tagträume, ist Charlotte doch schon seit einem Jahr mit Michael zusammen und vergeben. Ein wenig frustriert lässt Paula sich auf den nerdigen Tim ein, der wirklich in sie verliebt ist und ihr mehr oder weniger geschickt Avancen macht. Und dann kommt auch noch Lilli ins Spiel. Die Anführerin einer coolen Mädchenclique hat schon einigen Jungs den Kopf verdreht und liebt das Gefühl, begehrt zu werden. Nun beginnt sie, mit Paula zu flirten, mit der sie sonst eher spinnefeind ist. Plötzlich ist Paula hin- und hergerissen: zwischen Charlotte, für die ihr Herz schlägt, dem netten Tim und der offensiven Lilli.

Mit leichter Hand erzählt Monja Art in ihrem Debütfilm von der Liebe und vor allem den großen Unsicherheiten, die diese mit sich bringt. Ein kleiner Reigen von Liebeleien entspinnt sich in dem kleinen Ort in der niederösterreichischen Provinz, kurz vor den Sommerferien, wenn die Uhren etwas langsamer ticken. „Siebzehn“ ist ein kleiner, manchmal etwas rauer Coming-of-Age-Film, der sich in seinen schönsten Szenen auf wunderbare Art echt anfühlt. Ja, manchmal sind die Dialoge zu verquatscht, manchmal mäandern sie einfach so dahin, manchmal verliert sich die Handlung in Nebenschauplätzen. Aber dann gibt es wieder Szenen, in denen die Kamera die Blicke der Jugendlichen einfängt oder zeigt, was diese beobachten. Dann spürt man ganz deutlich, was sie empfinden, was sie sich wünschen und was in ihnen vorgeht. Ob hier ein Mädchen ein anderes Mädchens liebt oder einen Jungen, spielt dabei zum Glück gar keine besondere Rolle. Im Grunde geht es einfach nur um das Gefühl des Verliebtseins, das Kribbeln im Bauch, die beglückende Hoffnung – und die Enttäuschung, wenn das Leben sich nicht den eigenen Vorstellungen unterordnet.

Regie: Monja Art
Österreich 2016, 107 Min.

Darsteller/innen: Elisabeth Wabitsch, Anaelle Dézsy, Alexandra Schmidt, Christopher Schärf, Alexander Wychodil, Vanessa Ozinger, Daniel Prem u. a.

FSK: ab 12 Jahre

Altersempfehlung: ab 14 Jahre