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16.02.2017 - Kinotipp: The Lego Batman Movie

Nun ist er also wieder da: der etwas durchgeknallte Lego-Batman, der bereits als Sidekick in „The Lego Movie“ auftauchte. Jetzt ist er der Star seines eigenen Films. Und wie immer muss der selbsternannte Verbrechensbekämpfer im Fledermauskostüm gegen seinen größten Gegenspieler antreten: den wahnsinnigen Joker.

Ernsthaft? Ein eigenständiger Langfilm über einen Bauklötzchen-Batman? Haben wir das gebraucht? Schon nach den ersten Filmminuten ist die Antwort klar: Oh ja, das haben wir. Nicht nur, weil die CGI-Animation, die erneut perfekt die klobige Bauklötzchen-Welt mit ihren ungelenken Figuren imitiert, mit ihrem Humor und ihrer Lust an der Übertreibung eine angenehme Abwechslung inmitten all der furchtbar ernsten gegenwärtigen Superheldenfilme ist, sondern auch weil es ihr gelingt, trotzdem zum Kern des Batman-Mythos vorzudringen. Auf seine überdrehte Art und Weise legt er frei, was diesen auszeichnet: das Kindheitstrauma, die Einsamkeit – und vor allem diese seltsame Beziehung zu seinem Erzfeind Joker. Den Helden kann es nicht ohne den Schurken geben, und den Schurken nicht ohne den Helden. „Du vervollständigst mich“, war einer der zentralen Sätze aus Christopher Nolans „The Dark Knight“. Aber was wäre, wenn Batman diese „Beziehung“ einfach aufkündigen würde? Wenn er sich überhaupt nicht um den Joker kümmern würde? Das ist der Ausgangspunkt des neuen Lego-Batman-Films.

Seitdem Batman dem Joker klar gemacht hat, dass dieser ihm nichts bedeutet, ist der Superschurke schwer gekränkt. Während der Joker sein Comeback plant und dafür sogar bereit ist, sich gemeinsam mit befreundeten Superschurken verhaften zu lassen, wird es um Batman immer einsamer. Die neue Polizeichefin Barbara Gordon hält Superhelden wie Batman für überflüssig – und irgendwann gibt es für diesen keine Aufgabe mehr. In seiner Bathöhle sehnt er sich nach einer Familie. Als er versehentlich ein junges Waisenkind adoptiert, das grüne Superhelden-Anzüge und alte Popmusik super findet, kommt Schwung in die Bude. Aber dann ruft der Joker weitere Schurken auf den Plan. Und Batman muss lernen, die Hilfe seiner Freunde anzunehmen.

Wer mit Batman nichts anfangen kann und sich in der Comic-Welt des Superhelden nicht auskennt, hat hier erst einmal ziemlich schlechte Karten. Denn der Film macht sich einen riesengroßen Spaß daraus, diese genüsslich durch den Kakao zu ziehen, von der quietschebunten Batman-Serie aus den 1960er-Jahren bis hin zu Superhelden-Filmen, die im Moment im Kino laufen. Dass sie den Dunklen Ritter sehr mögen, merkt man den Filmemachern dabei stets an, ist ihr Film doch vor allem eines: ein großer Zitatenschatz. Batman forever, als Mensch oder als Plastikfigur.

Regie: Chris McKay
USA 2017, 104 Minuten

Kinostart 09.02.2017

Altersempfehlung ab 12 Jahren