>>zurück

Meine Zeit mit Cézanne

Paul Cézanne und Émile Zola lernen sich bei einer Prügelei auf dem Schulhof kennen und werden Freunde. Zola, Sohn eines italienischen Einwanderers, lebt nach dem Tod seines Vaters mit der Mutter in ärmlichen Verhältnissen, Cézanne dagegen wächst bürgerlich und wohlhabend auf. Sein Vater wünscht sich, dass sein Sohn Bankier wird wie er, aber Cézanne möchte unbedingt Künstler werden. Deshalb folgt er seinem Freund Èmile von Aix en Provence nach Paris. Doch seine Versuche, als angehender Künstler dort Fuß zu fassen, scheitern. Gemeinsam mit aufstrebenden Impressionisten wie Renoir, Pissarro und anderen wehrt sich Cézanne gegen die strengen Regeln der akademischen Kunst, findet jedoch auch im Impressionismus nicht seine künstlerische Linie. Paris und die Pariser Kunstszene bleiben ihm fremd, immer wieder kehrt er nach Aix en Provence zurück, um dort seine Idealvorstellung eines Bildes zu verwirklichen. Während Zola zunehmend Erfolg verzeichnet, bleibt Cézanne ein Außenseiter. Mit der Zeit entfremden sich die sehr unterschiedlichen Charaktere immer mehr.

„Meine Zeit mit Cézanne“ erzählt seine Geschichte in Rückblicken. Den Rahmen bildet der letzte Besuch des Malers bei Émile Zola. Dessen Roman „L’Œuvre“ verletzt Paul Cézanne zutiefst und der Besuch wird zu einer wechselseitigen Abrechnung. Rückblickend sind auch die vergangenen Begegnungen der beiden Männer durch Auseinandersetzungen geprägt. Cézanne, tief enttäuscht von seinem Mangel an Erfolg, ist dabei oft verletzend und unverschämt. Er kreist um sich selbst, jähzornig und angriffslustig, einerseits neidisch auf erfolgreichere Künstler, vor allem Manet, andererseits besessen von der perfekten Stimmung eines Bildes. Zola ist dagegen ein politischer Mensch, interessiert an der Gesellschaft und ihren Veränderungen, außerdem ein engagierter Journalist. Die emotionale und künstlerische Spannung ihrer jahrzehntelangen Freundschaft führt schließlich zum endgültigen Bruch.

Die Hauptdarsteller Guillaume Gallienne und Guillaume Canet steigen überzeugend in die schwierigen Rollen der beiden Künstler ein.  Ebenso steigt der Film tief in ihre Briefwechsel ein und gestaltet vor allem Begegnungen und Gespräche. Großartig gefilmte Landschaften und detailgenau ausgestattete Räume bilden dafür den kontroversen Rahmen. Der Schwerpunkt liegt auf der Person des Malers, der Schriftsteller ist eher Stichwortgeber und Gegenspieler des impulsiven Künstlers. Die Kamera zeichnet die Stimmungen nach, die Cézanne in der Provence beflügelten und in dunklen Räumen der bürgerlichen Gesellschaft einengten. Durch die Konzentration auf die Freundschaft fehlt dem Film allerdings der gesellschaftliche Bezug zu seiner Zeit. Die politischen Wirren Frankreichs bleiben nebensächlich.


Blu-ray-Bildformat:1:2,40/1080p
Ton:dts HD 5.1 MA
Sprachen: Deutsch dts HD 5.1 MA/Französisch dts HD 5.1 MA
Untertitel: Deutsch/Französisch

DVD Extras: Entfallene und erweiterte Szenen, Making of, Interviews, Trailer

Blu-ray Extras: Entfallene und erweiterte Szenen, Making of, Interviews, Trailer

Kommentare zum Film