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Infinitely Polar Bear

Maya Forbes hat bisher Drehbücher für Filme wie „The Rocker“ und „Monsters und Aliens“ geschrieben. Mit ihrem Regie-Debüt „Infinitely Polar Bear“ zeigt sie nun, dass sie auch Geschichten ganz anderer Qualität erzählen kann.

In der Blütezeit ihrer Beziehung wird bei Cameron eine bipolare Störung festgestellt. Maggie heiratet ihn trotzdem – klar ist Cam manchmal etwas durchgeknallt, aber bitte, es sind die Siebziger und leicht verrückt ist das neue normal. Und tatsächlich haben sie eine wundervolle Phase vor sich: Gemeinsam leben sie auf dem Land und ihre beiden Töchter Amelia und Faith genießen die leichtlebige Zeit mit einem Vater, der für sie da ist und der sich nicht immer nur in einer Welt voll langweiliger Konventionen und Regeln bewegt. Doch irgendwann nimmt Cams Freiheitsliebe mehr und mehr zerstörerische Züge an und dass er einen Job nach dem nächsten schmeißt, bringt die Familie auch in finanzielle Bedrängnis. Dann kommt es zum großen Zusammenbruch und während Cam in Behandlung ist, zieht Maggie mit den Kindern in eine kleine Wohnung in der Stadt. Das Geld reicht vorne und hinten nicht, und so beschließt sie, für 18 Monate in New York zu studieren, um anschließend bessere Karten auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Cam, der sein Leben so langsam wieder in den Griff bekommt und inzwischen auch in eine kleine Wohnung gezogen ist, soll sich in dieser Zeit um Amelia und Faith kümmern. Eine große Aufgabe für einen Mann, der noch immer mit seiner Krankheit und den Nebenwirkungen der Medikamente zu kämpfen hat – doch vielleicht auch die Chance, die Familie wieder zusammenzubringen.

„Infinitely Polar Bear“ ist eine jener kleinen Geschichten, die auf zauberhafte Weise hinter einer zunächst eher unscheinbaren Fassade große Einsichten offenbaren. Da ist diese Krankheit, die einerseits so viel kaputt macht, aber andererseits eine ganz besondere Art, mit dem Leben umzugehen, zeigt. Cam setzt andere Prioritäten als der typische, in der Regel eher karriereorientierte Mann seiner Zeit. Was auf den ersten Blick bloß durchgeknallt wirkt, wird beim zweiten Blick irgendwie auch zu einer eindrucksvollen Leichtigkeit. Hauptdarsteller Mark Ruffalo (Shutter Island, Can a Song Save Your Life?, Spotlight) verkörpert hier auf großartige Weise einen Menschen, der sich mit dem Erwachsenwerden einmal nicht den Ernst des Lebens auf die Fahne geschrieben hat, sondern der die Welt auch weiterhin mit Kinderaugen sieht. Wenn er mit seinen Töchtern unterwegs ist, dann kann er für sie eine echt peinliche Nervensäge sein. Aber er ist auch immer da und bringt ihnen bei, was im Leben wirklich Bedeutung hat – es ist so absurd, dass all das herrührt von einer Krankheit, die ansonsten so viel Leid verursacht. Und es ist wundervoll und traurig zugleich, zu sehen, wie eine Familie gerade durch solch scheinbar unüberwindliche Hürden ihrer Gesellschaft um viele Jahre voraus ist: Selbst heute noch ist es für viele unvorstellbar, dass ein Mann für die Familie darauf verzichtet, auf eigenen Beinen zu stehen. Deshalb ist „Infinitely Polar Bear“ weniger ein Film über eine folgenreiche Krankheit, als vielmehr die grandiose Geschichte eines wahrlich außergewöhnlichen alleinerziehenden Vaters. Also unter uns: Absoluter Geheimtipp.


Blu-ray-Bildformat:1:1,78/1080p
Ton:dts HD 5.1 MA
Sprachen: Deutsch dts HD 5.1 MA/Englisch dts HD 5.1 MA/Engl. f. Sehg.
Untertitel: Deutsch/Englisch/Türkisch/Dänisch/Engl. f. Hörg./Finnisch/Norwegisch/Schwedisch

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